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On dat am hellije Ovend

Ein Weihnachtsstück in Mundart - aber nicht für die Weihnachtszeit geeignet von Karl Schmalbach

Alle Rechte beim Autor, Aufführungen nur komplett mit Musik ( GEMA pflichtig )

Adele : Ene schöne Boom - Trina  : De Boom küt fot. Konnste kene Bättere fenge ?

 Dä Boom küt fot..

Solle mer net langsam de Jeschenke utpacke

 Jeschenke utpacke

Weihnachten, das Fest der Liebe kündigt sich an, mit KlingKlang, Silberglöckchen und Vollmilch-Weihnachtsmännlein im Zehnerpack: "Leise rieselt der Schnee."

Aus alter Tradition kommt die Familie zum Fest zusammen, das ist auch in Oma Trina's Familie so. Nur diesmal ist es ein bißchen diffizil. Trina wohnt nämlich, nachdem ihr Gustav vor 2 Jahren verstorben ist, mit Heinrich, ihrem Schwager, zusammen; das aber paßt Trina's "Familisch" überhaupt nicht.

Aber, über diese peinliche Onkel-Ehe würde man ja noch hinwegsehen, wenn da nicht Heinrichs Tochter Josefine wäre. Die ist nämlich das erklärte Schwarze Schaf der Familie, seitdem im Dorf bekannt wurde, daß sie in Berlin als Nachtclub-Tänzerin auftritt; sogar BILD berichtete darüber : "Josefine la belle tanzt auf allen Tischen!" Peinlich, peinlich! Für die Familie steht fest: Möt so een sette mer os net an eene Dösch!!

Aber auch in Oma Trina's Familie gibt es ein Problem: Enkelin Babette kam vor 2 Jahren mit einem Türken ins Haus. Aber den ist man schnell wieder los geworden. Mama Adele lud gleich die ganze Familie zum Essen ein, servierte Eisbein mit Sauerkraut und das türkische Problem war gelöst!

Daß Babette damit auch das Haus verließ, war nicht vorgesehen. Sie ist nun auch in Berlin und hat dort inzwischen einen neuen Freund, der immerhin katholisch ist. Na bitte, es geht doch! Der Familienfriede ist wieder hergestellt

Ob das wirklich so ist und ob bei Schmitzens ein friedvolles Weihnachtsfest gefeiert wird  und ob man sich mit "Josefine la belle" an eene Dösch sett, das steht noch in den Sternen, speziell im Stern von Betlehem, der in diesem Stück auch noch aufgehen wird .......

On dat am hellije Ovend l

Pax vobiscum - Friede sei mit euch

 Pax Vobiscum

"Maria mit Kind" ???

 "Maria mit Kind" ???

Trina : Du möt din Reha-Klamotte, du sühß jo ut als of du stenkß

Du möt din Reha-Klamotte

      Die Personen und ihre Darsteller::

Oma Trina Schmitz                                    - Liesel Beeck

Hermine, ihre Tochter                               - Barbara Skerhut

Otto Mödmann, deren Mann                     - Michael Becker

Babette, beider Tochter                            - Christiane Rütten

Hermann Schmitz, Tninas Sohn              - Robert Paas

Adele, seine Frau                                      - Angela Pütz

Heinrich Schmitz, Trinas Schwager        - Hans Gerd Louis

Josefine, seine Tochter                            - Gerda Paas

Pater Basilius                                            - Friedhelm Engels

Herr Kaiser                                                - Daniel Groß

Un ich sag öch , hej stemmt jet net

  hej stemmt jet net

wenn das die Oma wüßte, Melchior und Balthasar sind da

 wenn das die Oma wüßte

"On dat am heilije Ovend":   -   Von Peter Langer   -   WZ vom 16.10.2002

Lank. Im Hause Schmitz hängt am Heiligen Abend der Haussegen schief. Der treue Gatte von Trina Schmitz, Gustav, ist in fernen südlichen Gestaden auf Teneriffa vom Barhocker gerutscht und verschieden. Nun lebt Trina mit ihrem Schwager Heinrich zusammen. Doch das darf niemand wissen, vor allen Dingen nicht Herr Kaiser von der Hamburg - Alzheimer, von der Trina Schmitz noch Gustavs Rente bezieht und auch der Aushilfsgeistliche Pater Basilius, der dem Paar zur vermeintlichen Goldhochzeit gratulieren will, nicht. Doch damit fangen die Probleme erst an.

Vor genau 20 Jahren betrat das Lotumer Buretheater mit dem Stück "Der Vetter aus Dallas" zum ersten Mal die Bühne. Mittlerweile füllt das Ensemble problemlos auch das Rheinische Landestheater in Neuss. Mit dem Stück "On dat am hellije Ovend" hat sich der Autor und Regisseur Karl Schmalbach nun an ein brisantes Metier herangewagt: Den Heiligen Abend im Kreise der lieben Verwandten. Tatsächlich ist dieses Thema schwer zu parodieren, ohne zu verletzen. Und so verkündet das Programmheft auch vorsichtshalber, das Stück sei "nicht für die Weihnachtszeit geeignet".

Nach und nach erhalten Trina Schmitz (Liesel Beeck) und ihr Lebensabschnittsgefährte Heinrich (Hans Gerd Louis) am Heiligen Abend Besuch. Versicherungsvertreter Kaiser, gespielt von Daniel Groß, wittert noch rasch das große Geschäft, Pater Basilius (Friedhelm Engels), geistliche Vertretung für den Pfarrer, will gratulieren. Aus Berlin reist Skandalnudel Josefine (Gerda Paas) an, die Tochter von Heinrich, Nachtclubtänzerin und deshalb bei der christlichen Familie Schmitz nicht beliebt. "Dat Flittchen is ooch all do!", warnt Trinas Sohn Hermann (Robert Paas) die anrückende Verwandtschaft, nur um gleich  darauf zu betonen: " ...schließlich sin' mir christkatholisch!" Seine Frau Adele (Angela Pütz) droht immer wieder vergeblich: "Hermann! Mir jonnt!"

Die Musikeinspielungen holder Knabenchöre klingen angesichts des unheiligen Getues von Mal zu Mal bedrohlicher. Der Zuschauer ahnt: Hier wird sich noch Ungeheuerliches abspielen! Auch wenn Sohn Hermann, seine Frau Adele, Trinas Tochter Hermine (Barbara Skerhut) und deren Mann Otto (Michael Becker) eine Front gegen Josefine bilden, und eine Bildzeitung mit deren Foto wie eine Trophäe herumreichen, tauschen sie auch gerne untereinander Nettigkeiten aus ("Otto, Du biss' ene fiese Föttchesföhler!"). Doch alle wissen noch nicht: Auch Babette (Christina Rütten), Tochter von Hermine und Otto, ist über die Feiertage angereist  mit unerwartetem, doppeltem Nachwuchs von ihrem Freund. Der ist zwar auch ein guter Katholik und Kinderarzt  aber ein Farbiger...

Mit "On dat am hellije Ovend" ist Karl Schmalbach und dem Ensemble des Lotumer Buretheaters ein weiteres Stück auf Platt gelungen, das entgegen der Warnung auf dem Programmheft sicher auch in der Weihnachtszeit sehr sehenswert ist. Die Leistungen der mittlerweile aufeinander eingespielten Schauspieler erreicht Profiniveau, ebenso wie das von Jochen und Willi Beeck gestaltete Bühnenbild.

 Eine schöne Bescherung - zwei Kindlein sind geboren

 Eine schöne Bescherung

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