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Spielzeit 2003

DIE ERBEN VON KLOSTER MEER

Ein Rheinisches Historienspiel von Karl Schmalbach

Pater und Schwester

Kirchendiener

Baron und Verwalter

 unzufrieden mit seinem Verwalter

Das Stück DER ERBE VON KLOSTER MEER spielt in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts. 400 Jahre Regentschaft der Kölner Fürstbischöfe waren vorbei und die zwischenzeitlichen Eroberer, die französische Revolutionsarmee, hatte gerade wieder das Land verlassen. Was nun kam, konnten viele Rheinländer nie verschmerzen: Das Rheinland wurde preußisch !

Diese unglaubliche turbulente Zeit, mit tiefgreifenden Maßnahmen, wie Enteignung der Kirchen und Klöster, schildert die Handlung, die sich dort abspielt, wo sich irn Meerbuscher Raum dies alles am meisten ausgewirkt hat, nämlich im Haus Meer. Im Jahre 1804 hatten es die Krefelder Industriebarone von der Leyen vom französischen Staat erworben. Zuvor war es über viele Jahrhunderte ein Nonnenkloster gewesen, mit umfangreichem Landbesitz und Pachthöfen im Meerbuscher Raum.

Im Stück spielen auch die Schützen eine wichtige Rolle. Auch sie waren von den Franzosen enteignet worden und ihr Vermögen war nun ausgerechnet in den Besitz der Kirche gelangt. Nun kämpften sie um ihre Wiederzulassung, aber Kirche und Staat waren gegen sie. Mit welchen Tricks sie es schließlich doch schafften, schildert also Karl Schmalbachs historische Komödie DER ERBE VON KLOSTER MEER.

Notar Bauer Pater

 wem gehört was

Ständchen

 falsches Fenster ?

     DIE PERSONEN UND IHRE DARSTELLER

Baron Friedrich von Creinveld                      - Antony B. Christopher

Amalie, seine Gattin                                     - Alwine Caplan

Schwester Benedicta                                    - Brigitte Louis   

Pater Cebedeus                                           - Kay Friedrich

Trudchen, Kammerzofe                                          - Sabine Engels 

Franz Joseph Stündeck                                - HansGerd Louis
ehern. Richter der freien Herrlichkeit Nierst

Willi Wenders Bauer aus Latum                            - Daniel Groß       

Joseph Kothes,                                          - Thomas Beeck
Bauer und Branntweinbrenner aus Lank

Trina, Gemüsebäuerin aus Latum                           - Barbara Skerhut

Franz Jordans Notar aus Büderich                       - Robert Paas

           Souffleusen : Christiane Rütten, Stefanie Thoma

                  Regie : Angela Pütz, Karl Schmalbach

Letzter Wille

auf und unter dem Sterbebett

wo ist das Schützensilber

die Schützen ziehen wieder

Der historische Hintergrund

Erben und Vererben war schon immer ein Problem der Menschheit. Diesem Problem verdankte das ehemalige Kloster Meer sogar seine Entstehung.

1166

Als Hildegundis, Gräfin von Ar und Meer, ihre umfangreichen Besitztümer vererben wollte, da war ihr Gatte, Graf Lothar bereits verstorben, ebenso ihr ältester Sohn Dietrich. Der jüngere Sohn Hermann und Hadwig, ihre Tochter, waren in den geistlichen Stand eingetreten und kamen als Erben nicht mehr in Betracht. So brachte Hildegundis ihren Besitz vor der weiteren Verwandtschaft in Sicherheit in dem sie ihn der Kirche Übergab  sie gründete Kloster Meer.

Hierzu gehörten nicht nur zahlreiche Höfe und Ländereien in Nierst, Kierst, Büderich, Lank, Latum und im Krefelder Raum, sondern auch weitere Besitztümer im Rheinland und in den Niederlanden. So nahm denn Kloster Meer in den folgenden Jahrhunderten einen bedeutenden Platz unter den Prämonstratenser-Klöstern ein. Diese herausragende Stellung hat Kloster Meer über 600 Jahre behauptet.

“Jedoch (so Friedrich Schiller) mit des Geschickes Mächten, da ist kein ew'ger Bund zu flechten.”

1789

Der Sturm auf die Bastille in Paris am 14. Juni leitet die französische Revolution ein. Der Adel und andere Besitzende werden enteignet. Viele, sogar der König und die Königin, werden auf der Guilliotine hingerichtet.

1794

Die französische Revolutionsarmee rückt ins Rheinland ein. Die Meerer Klosterfrauen fliehen über den Rhein. Franz Joseph Stündeck, Richter der freien Herrlichkeit Nierst übernimmt die Verwaltung des Klosters. Es setzt eine allgemeine Plünderung ein. Der Isselbusch wird fast völlig abgeholzt.

1796

Die französische Regierung beschlagnahmt das gesamte Vermögen der Klöster, Kirchen, Hospitäler, Schulen und auch der Schützenbruderschaften.

1798

Der französische General Lefevre befiehlt den Meerer Bediensteten den Haushalt weiter zu führen. Einige Nonnen kehren zurück.
Säkularisation. Das Kloster Meer und alle dazu gehörenden Höfe fallen dem Staat zu. Das ist fast der gesamte Landbesitz im heutigen Meerbuscher Raum.

1804

Friedrich und Conrad Isaak von der Leyen kaufen Kloster Meer für 180.000 franc. Dies war der höchste Preis, der für ein solches Objekt um damaligen Departement Roer gezahlt wurde. Diese Summe entsprach aber bei weitem nicht dem tatsächlichen Wert.

1822

Nach den Niederlagen Napoleons und dessen Absetzung wird das Rheinland zur Preußischen Rheinprovinz.

1824

Es gibt in Lank wieder eine Schützengesellschaft St. Sebastianus. Deren Vorsteher Peter Wilhelm Mertens und Joseph Kothes fordern die Rückgabe des Bruderschaftvermögens, das sich jetzt im Besitz der Kirche befindet. Sie führen deshalb einen Prozeß; jedoch ihre Forderung wird abgewiesen. Als Folge soll das Königssilber, das sich angeblich in den Händen eines gewissen Wilhelm Wanders befindet, behördlich eingezogen werden.

Auf Anordnung der Preußischen Regierung wird eine Bürgermiliz gegründet. "Alle Bewohner des Staates sind auch Verteidiger desselben." Alle Männer von 20 bis 50 waren militärpflichtig. Jedoch 2/3 der hiesigen Männer waren untauglich. Viele waren zu klein, nämlich unter 1,70. Die Langster und Strümper waren sogar erheblich kleiner, 1,50 bis 1,60. Andere hatten Plattfüße oder waren krummbeinig und mißgebildet. Manche stotterten, waren grindig, skorfulös oder augenkrank.... Wohlhabende konnten einen Ersatzmann stellen !

Alles wurde nun von der Preußischen Regierung reglementiert. Die 3 Felderwirtschaft wurde abgeschafft. Die bisherigen Brachen wurden aufgehoben. Den Bauern wurden neue "theoretische Agrar-Instruktionen" anhand gegeben.

Quellen: Dr Peter Dohms  GESCHICHTE DER STADT MEERBUSCH, 1991.

Friedrich Senger  400 JAHRE ST. SEBASTIANUS SCHÜTZENBRUDERSCHAFT LANK LATUM, 1935

Die Handlung des Stückes und die Personen (sofern sie hier nicht historisch erwähnt) sind frei erfunden. Der szenische Verlauf und die damit verbundene Zusammenführung der historischen Personen entspricht nicht dem wahren chronologischen Ablauf.

Vorhang 2003

 Schauspieler und Souffleusen

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