Logo

Spielzeit 2005

Blaue Blömkes

Ein lokalhistorisches Musical in 5 Akten : 1931 - 1932 - 1933 - 1934 - 1935
von Karl Schmalbach

In früheren Zeiten, bevor es Radio und Fernsehen gab, war die selbstgemachte Volksmusik der Unterhaltungsträger für Jung und Alt. Besonders bei uns auf dem Lande wurde jegliche Art von Musik selbstgemacht. Musikpädagogen sorgten dafür, daß die Lieder von damals auch zünftig von Instrumenten begleitet wurden. Viele Gruppen, Orchester und Chöre, musizierten und sangen.

Eine besondere Rolle spielte dabei die „Wandervogelbewegung Blaue Blume", die aber nicht nur zu ihren Liedern gewandert ist, sondern auch eine freizügigere Lebensform anstrebte. Sie und viele andere Jugendgruppen wurden in den 30er Jahren, wo unser Stück spielt, von den an die Macht gelangten Nationalsozialisten verboten.

Karl Schmalbach

Ebenfalls verboten wurden die neuen schmissigen Schlager, die gerade aus den USA mittels Schallplatten und dem neuen Medium, dem Radio, zu uns gelangten. Besonders die neue Jazzmusik, die von den Nazis sogleich als abartige Negermusik verfemt wurde, hatte es den neuen Kulturwächtern angetan.

Kriegsveteranen

Kriegsveteranen

zur Probe

auf zur Probe

Zahlreiche amerikanische Hits wurden damals auf Umwegen eingedeutscht und eingeführt. So gelangte z.B. die „PennsylvaniaPolka“ als „Rosamunde“ in die Ohren unserer Eltern. Sofort nach dem Krieg und dem Ende des Dritten Reiches erlebten all diese Schlager hier ihre späte Blüte.

Auftritt

Auftritt

Blaue Blömkes

Blaue Blömkes

Genau diese Hits und Ohrwürmer werden nun in unserem Musical BLAUE BLÖMKES auf schmissige Weise zu Gehör und auf die Bühne gebracht. Dazu gehört eine spannende Handlung, welche auf lokalgeschichtlichem Hintergrund die politisch hochbrisanten Ereignisse von damals, in den Jahren 1931 bis 1935, schildert.

Gesangsquartett

Unsere Besucher werden erfahren, wie es damals in Deutschland, aus der Situation der großen Wirtschaftskrise, zur „Machtergreifung" kam. Und auch, daß es damals hier im Dorf Menschen gab, die schon bald die wahren Absichten der Nazis erkannten und dann, wenn auch zu spät, für sich die Konsequenzen gezogen haben.

Ideen

Ideen

Ziele

Ziele

BLAUE BLÖMKES hat eine große Besetzung. Allein 8 Darsteller, 4 Mädchen und 4 Jungen, sind für den musikalischen Teil bereits jetzt in den Proben. Simone Rudolf, eine dynamische Tanzlehrerin, hat dieses Training übernommen. Weitere 8 Darsteller verkörpern in Platt und Hochdeutschrollen die Figuren der politisch hochbrisanten Handlung.

Die Band

1935, zum großen 400-jährigen Jubiläumsfest der Lanker Schützen, gab es einen handfesten Skandal, der wenige Tage vor dem Fest zum Verbot der Veranstaltung führte !

Neue Uniformen

Uniformen

Der neue Gruß

Neuer Gruß

Was war geschehen ? In der Festschrift wird, neben zahlreichen anderen Honoratioren, ein Mitglied des deutschen Reichtages, Heinrich Niem, Kreisleiter der NSDAP in Kempen, aufgeführt. Gleich daneben, unter den Ehrenmitgliedern der Bruderschaft, steht der Name „Wyngaard J.“ abgedruckt - ein Jude. Irgendein wohlwollender Zeitgenosse wird das wohl dem  PG ( Parteigenossen ) Niem zugetragen haben, und so kam es zu dem Verbot – wenige Tage vor dem Fest. Die Lanker Schützen setzten nun alles daran ihr Fest noch zu retten. Sie sandten eine Abordnung nach Kempen und es kam dann zu einer Rücknahme des Verbots. Bedingung : J. Wyngaard musste aus der Bruderschaft ausgeschlossen werden - was dann auch geschah.

Schützenbrüder

Schützenbrüder

Tanz in den Mai

Tanz in den Mai findet statt

Spätere Geschichtsschreiber lasten diesen Ausschluss nun dem damaligen Vorsitzenden der Bruderschaft, Albert Wand an. Dieser war auch der erste Ortsgruppenleiter der NSDAP in Lank. Daraus folgert nun die berechtigte Frage:  Waren die Lanker Schützen etwa Nazis?

Iiich

Iiiich

Wand-Sisters

Wand-Sisters

Genau mit diesem Thema befaßt sich die Handlung von BLAUE BLÖMKES. Hauptfigur ist der „Major“, nämlich Albert Wand - und seine singenden Töchter, die „ Blaue Blömkes“, von denen eine, Mia noch lebt. Wand war Berufsoffizier und alles andere als ein Nazi. Wie viele andere Lanker Geschäftsleute,  Wirte, Lehrer u.a. war er deutschnational und in der DNVP. Deren  Vorsitzender, Alfred Hugenberg ( Krupp- Geschäftsführer, Besitzer der UFA und mehrerer Verlage) war 1931 mit der „Harzburger Front“ die fatale Koalition mit den Nazis eingegangen. Hugenberg wollte die Nazis für seine Politik einspannen - es kam umgekehrt.

Anschiss

Anschiss

Anordnung

Anordnung

Durch das „Ermächtigungsgesetz“ nach der Machtergreifung 1933 waren die Nazis nun, mit der DNVP plötzlich überall an der Macht, auch in Lank, wo sie keine Mehrheit hatten. Und da sie hier auch keinen brauchbaren Repräsentanten aufzubieten hatten, ernannten sie Wand zum ersten Ortsgruppenleiter.

Abschiedsgruß

Abschiedsgruß

Der  Eklat um J. Wyngaard zum Schützenfest von 1935 hat dem Major schon bald über die wahren Absichten der Nazis die Augen geöffnet. Er trat nicht nur als Vorsitzender der Bruderschaft zurück, sondern auch von seinem ungeliebten Posten als Ortsgruppenleiter.

Albert Wand, Rittmeister bei den Ulanen. Bis 1935 Vorsitzender der St. Sebastianus- Schützenbruderschaft Lank-Latum. Als junger Ulan nahm er am 1. Weltkrieg teil. In der Reichswehr brachte er es bis zum Rittmeister. Im 2. Weltkrieg war er Musterungs-Offizier beim Wehrbezirkskommando Krefeld. Dabei hatte er stets ein offenes Ohr für die Probleme der eingezogenen Soldaten und Vielen konnte er in Härtefällen helfen.

Albert Wand           -           Friedhelm Engels

Dies alles wird in BLAUE BLÖMKES mit der rasanten Musik dieser wilden Jahre auf unserer Bühne vorgeführt; es ist nicht nur unterhaltsam, sondern beeindruckend realistisch und spannend !

Richard van Dauen, Wirt                      -  Hans-Gerd Louis
Paula, seine Frau                                  -  Alwine Caplan
Hilde, beider Tochter                            -  Stefanie Thoma
Finchen, Kellnerin                                 -  Barbara Skerhut
Albert Wand, Major                             -  Friedhelm Engels
Regina, seine Frau                                 -  Brigitte Louis
Mia, beider Tochter                              -  Sabine Papendick
Margot, beider Tochter                         -  Christiane Rütten
Heinrich Niem, Kreisleiter der NSDAP
Mitglied des Deutschen Reichstags          -  Kay Friedrich
Alfred Kessler, Polizist                           -  Thomas Beeck
Ina Braun, Frauenschaftsführerin             -  Angela Pütz
J. Wyngaard, Viehhändler                       -  Hubert Paas
Hannes, Jungbauer                                  -  Michael Papendick
Hermann, Jungbauer                               -  Sebastian Lickes
Heinrich, Jungbauer                                -  Stefan Goldhagen
Willi Peschkes, Schlosser                        -  Sebastian Engels

Mia Reitz Wand auf der Premierenbühne

Ein Duett mit dem Autor, re. Mia Darstellerin

Regie : Karl Schmalbach                                     Choreographie : Simone Rudolf
Souffleusen : Gisela Engels, Hanni Vogtel             Bühnenbild :Helmut Klein
Bühnenbau : Willi und Jochen Beeck                    Ton & Requisite : Rainer Skerhut
Licht : Rainer Henze                                            Musikbearbeitung : Horst Scheib

zurück

Logo