Spielzeit 2006

BUR BLIVT BUR

Niederdeutscher Schwank in 4 Akten von Christof Wehking

Rheinische Fassung von Karl Schmalbach

 „Bur blivt Bur!“ – zwar keine Bauernregel, aber eine uralte Weisheit, die allerdings in den letzten Jahrzehnten von der Wirklichkeit überholt wurde. Waren es vor zwei Generationen noch an die 20 - 30 echt betriebene Bauernhöfe, allein hier in Lank-Latum, so sind es heute nur noch deren drei; alle anderen haben inzwischen ihren Betrieb eingestellt und die Gefahr, daß dies nun bald auch auf dem Ravens-Hof passiert, droht nun unserem Bur, Anton Schmitz (Friedhelm Engels),  im Dorf allgemein „Schmitze Tünn“ genannt, ebenfalls.

Essen auf Rädern
Altenpfleger

„Dä deht et net mier lang“, so tönt bereits Erna, seine Haushälterin (Barbara Skerhut), im Dorf herum. Sie und ihr Dietmar (Daniel Groß) wären dann, laut Antons Testament, die neuen Besitzer vom Ravens-Hof, denn der nächste leibliche Verwandte, Neffe Toni (Sebastian Engels), törnt schon seit Jahren in der Welt herum und genießt sein junges Leben.

Gute Nacht Trunk
Lauschangriff

Derweil sitzt der Alte längst im Rollstuhl. Ernas Betreuung des Patienten hält sich in Grenzen: Um  8 Uhr die weißen Pillen, um 11 Uhr die grünen, um 3 Uhr die roten usw ; gekocht wird schon lange nicht mehr. Dafür gibt’s täglich Essen auf Rädern, zugestellt durch Liesel Beeck von der CARITAS, die mit ihren vernichtenden Kommentaren über die derzeitigen Zustände auf dem Ravens-Hof nicht hinterm Zaun hält. Erna beginnt bereits das halbwegs wertvolle Inventar zu verscherbeln. Vor allem begehrt ist eine Amsterdamer Standuhr. An ihr und weiteren Pretiosen ist Makler Sawatzki (Sebastian Lickes) interessiert.

Bauer sucht Frau
Neues Auto

Doch urplötzlich macht der wieder auftauchende Toni alle Hoffnungen auf schnellen Reichtum zunichte. Aber: Er ist noch unbeweibt - und ein Eheweib, zwecks Absicherung der weiteren Erbfolge auf dem Ravens-Hof, ist Antons Grundbedingung für den zukünftigen Erben.

und ich ? Wer mit wem ?

Was sich nun abspielt, stand in früheren Zeiten, als man noch die Türen offen ließ, im Mittelpunkt des Dorfinteresses, nämlich die Rangelei um das Erbe. Mit Liebeleien und Intrigen  (bei Schiller heißt das Kabale und Liebe), hier sogar Generationen übergreifend ! Kommentar von Essen auf Rädern: „Et jeht dronger on dröver!“

Ganz fidel Trost 2
Trost 1

Toni schleppt nämlich nicht nur, zur Erfüllung von Ohme Antons Bedingung, ruck zuck, ein junges Ding von hübschem aber zweifelhaften Ansehen, einfach so „von der Straße“ (genauer: von Strotum), ins Haus; nein, dieses zunächst Waltraud, später Moni genannte „Straßenkind“ (Christiane Rütten) holt auch noch umgehend seine, durchaus noch staatse Mama (Gerda Paas) dazu. An Beiden, nämlich an Mutter und Tochter, kriegen nun langsam ebenfalls Beide, nämlich Ohme und Neffe, mächtig Gefallen.

Aaachtung !
Aufkäufer

Sie ahnen es bereits: Es geht hier wirklich bald „dronger on dröver“. Zum Schluß werden einige von Antons Pillen abgesetzt. Stattdessen genießt auch der Alte noch einmal ungeahnte neue rezeptfreie Lebensfreude!

Paarlauf

  Die Personen und ihre Darsteller:

Anton Schmitz
Bauer auf Ravens-Hof      -   Friedhelm Engels

Toni, sein Neffe                  -   Sebastian Engels
Monika                                -   Christiane Rütten
Anna, ihre Mama               -   Gerda Paas
Erna                                     -   Barbara Skerhut
Dietmar, ihr Mann             -   Daniel Groß
Sawatzki                              -   Sebastian Lickes
“Essen auf Rädern”           -   Liesel Beeck

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