Peter Pütz “Laudatio” vom 16.08.2013 - Friedhofskapelle Meerbusch-Lank :

Also Karl…… eigentlich sind wir etwas enttäuscht, Denn Du hattest uns versprochen am 11.10. bei der
Premiere anwesend zu sein……..

Wahrscheinlich würdest Du jetzt sagen:“ Was kümmert mein Geschwätz von gestern.“

Tja, Karl, nun stehe ich hier und soll etwas über Dich erzählen. Dein Sohn Werner frug mich, ob ich im Namen
des Buretheaters etwas über Dich vortragen möchte, könnte oder wollte…

Ich habe spontan… nach mehrstündiger Überlegung……. zugesagt…....nicht wissend, was ich denn überhaupt
sagen soll. Ich habe ihn, also Werner, dann gefragt wie diese Rede aussehen soll. Als Antwort bekam ich von
ihm: Mach irgendwas im Sinne vom Vater.

               „Mach irgendwas im Sinne Karl“               Und schon fingen die Probleme an.

Da ich wusste das Du große Reden über Dich nicht magst, dachte ich mir. Na ja, dann ist es ja nicht so schwierig.
Wir machen es kurz und sagen Danke für alles ! Oder vielleicht ?  Danke, für die schönen Stunden die Du uns
und dem Publikum beschert hast.

Aber ich denke das ist zu wenig für jemanden der so viele Menschen zum Lachen gebracht hat. Wir können doch
nicht so tun

„Alls ov nix jewäss wür“

Über 30 Jahre Lotumer Buretheater. In der Zeit sind mehr als 100 Tsd. Zuschauer In Deine Vorstellungen
gekommen. Damit hast Du nie angegeben. Aber darauf darf man doch stolz sein? Und ohne Dich hätten wir
nicht über 250 TSD € für soziale und karitative Einrichtungen Spenden können.

Also sagen wir doch ein bisschen mehr als nur  „ Danke “. Vielleicht sollten wir als Buretheater eine Laudatio über
Dich abhalten. Laudatio? Wat ess dat denn ? Das Wort kommt aus dem lateinischen “laudare“ und heißt so viel
wie „loben“ oder „preisen“.

Wird eine Laudatio allerdings überzogen vorgetragen , spricht man auch abfällig von „Lobhuddelei“.  Lobhuddelei ? Irgendwie warst Du plötzlich da und sagtest:

„Om joddes welle, bloss net“

Na ja, war auch blos eine Überlegung. Jetzt habe ich Lampenfieber und nasse Hände wie vor einer Pemiere von
einen deiner zahlreichen Stücke. Nur mit dem Unterschied ….. bei deinen Stücken bekam ich den Text von Dir.
Diesmal musste ich den Text erstellen. Aber wie sollte ich einen Vortrag über Dich anfangen ?

Vielleicht so. Liebe Trauergemeide, Liebe Trauergemeinde ?  Nein, das wäre auch nicht in Deinem Sinne gewesen.
Du wolltest nicht das man um Dich trauert. Also versuchen wir es noch mal.

Vielleicht ……..Liebe Gäste , dat hürt sich all bäter an. Ja so warst Du auch bei den Proben. Es wurde jedes
einzelne Wort jeder einzelne Satz jede einzelne Szene Zig mal wiederholt.  Bis Du zufrieden warst.
Dat konnt äver lang düre , on wor net einfach. Wenn es um Deine Stücke ging warst Du ein Perfektionist.
Und wenn man dachte , jetzt sitzt die Rolle. Von wegen. Bis zur letzten Vorstellung fandst Du immer noch was zu
verbessern. Also wenn ech dech ens jet sare dorv, einfach worst Du net immer……….ech mehn  Mer äver och net.
Ein Lob von Dir ? Na ja, kam nicht allzu oft, eher seltener vor. Man traute sich ja auch nicht unbedingt zu fragen.
Nach dem Motto. Wor ech joot? Ich weiß nicht ob irgendeiner Dir diese Frage jemals gestellt hat. Als Antwort wäre
mit Sicherheit gekommen: “ Da gibt es noch einiges zu Verbessern.“ Aber es war ja keine negative Eigenschaft
von Dir. Denn Du wusstest genau. Zuviel Lob verdirbt den Charakter. Und außerdem, sagtest Du,
wenn die Zuschauer Lachen und  klatschen

„Es dat doch Lob jenoch“

Aber wer Dich kannte, wusste genau, wenn ein kurzes lächeln über Dein Gesicht huschte, warst Du zufrieden.
Wie oft hatten wir bis kurz vor der Premiere  Zweifel, ob das Stück bei den Zuschauern überhaupt ankommt.
Diese Zweifel hattest Du nie. Zumindest konntest Du sie gut verstecken. Du wusstest immer an welchen Stellen
die Zuschauer lachen werden. Zielgenau konntest Du uns sagen wo die Pointen versteckt waren. Das ist und war
ein ganz besonderes Talent. Und wenn wir uns jetzt fragen, ob es aus unseren Reihen irgend einen gibt, der in
Deine Fußstapfen treten könnte… Kann ich nur sagen,

                             „So jrohte Pöht hät nömmes“

Aber wir werden, und das Versprechen wir Dir, alles versuchen das Lotumer Buretheater aufrecht zu erhalten
und in Deinem Sinne weiterzuführen.

Tja Karl, jetzt haben wir zum 1. Mal die Möglichkeit uns über Deine Regieanweisungen hinwegzusetzen …
obwohl uns das fehlen wird. Denn jetzt liegt die Regie in unseren Händen. Dein letzte Vorhang fällt.
Aber glaube uns, und das ist nicht gelogen. Es war uns eine Ehre und ein Vergnügen unter Deiner Regie
Theater spielen zu dürfen. Und ich denke, ich spreche da für alle Mitspielerinnen und Mitspieler die in den
letzten fast 31 Jahren dabei waren bzw. noch dabei sind. Auch allen Personen die vor und hinter der Bühne
aktiv waren. Und wir werden erst später merken wie sehr Du uns, dem Lotumer Buretheater als Regisseur
und Mensch fehlen wirst.
Damit wir Dich nie vergessen, wird im Theater am Wasserturm Platz 1, in der Reihe 14 a, nicht mehr besetzt
werden. In unseren Gedanken wirst Du mit Deiner Frau Gertrud (die ja ebenfalls einen Ehrenplatz neben Dir hat)
immer bei uns sein. Und wir wissen, Du wirst mahnend den Zeigefinger heben, wenn Dir etwas nicht gefällt.
Oder freundlich lächeln wenn es Dir gefällt. Aber wie es sich gehört, wenn jemand auf der Bühne eine gute
Leistung abgeliefert hat, soll er auch die Belohnung vom Publikum erhalten. Sozusagen „Das Brot des Künstlers“.
Du hast viele tausend Menschen durch Deine Stücke zum Lachen gebracht. Das können nicht viele von sich
behaupten. Und wir sagen „Danke“, das wir bei der Erfolgsstory „Lotumer Buretheater“ unter deiner Regie
dabei sein durften. Ech hür jetzt op, sonst wöt dat dat doch noch en Laudatio. Lieber Karl, wie haben wir uns
nach den Proben und Vorstellungen immer verabschiedet.

 

Mak et jout, on nix für onjout.

 

Hier ist Dein Applaus

 

Karl Schmalbach

Vita