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König Koebes I.

Kobes mit Hofstaat

Rheinisches Schützenstück in 4 Akten von Karl Schmalbach

König Koebes I. : 2001

Der Rheinländer

Die König Koebes Story

Kompaniesitzung
Sitzung - konspirativ

KÖNIG KOEBES I. : 2001

Der ultimative BuretheaterKick!!

Nicht nur "Wetten dass wird 20, auch das LOTUMER BURETHEATER hat in diesem Jahr seine 20. Spielzeit. Und wenn es galt, ein passendes Stück für diese Spielzeit auszuwählen, dann konnte das nur der KÖNIG KOEBES sein.

Dieses Stück hat eine beispiellose Karriere im Umfeld des rheinischen Mundarttheaters gemacht. Man kann es auch umkehren, denn mit KÖNIG KOEBES hat für immerhin 7 rheinische Mundartbühnen die eigene Karriere erst begonnen.

Woraus zu folgern ist, der KÖNIG KOEBES ist offensichtlich das ideale Anfängerstück, was aber mehr am Thema liegt, denn im Schützenmilieu, wo ja unser Stück angesiedelt ist, läuft stets alles von selbst, wenn nur die Musik laut genug aufspielt.

Wer aber nun annimmt wir würden unserem Publikum damit eine Anfängerinszenierung präsentieren, der irrt sich gewaltig, denn das Schützenwesen bietet, wie man weiß, ungeahnte Möglichkeiten, mit musikalischer Unterstützung, tollen Uniformen, und nicht zu vergessen, mit weiblicher Anmut eine grandiose Show zu bieten!

Und das genau versprechen wir unserem Publikum für die 20. Spielzeit des LOTUMER BURETHEATERs, nämlich mit KÖNIG KOEBES 1. den ultimativen BuretheaterKick!

Kein Stück kennzeichnet wohl so treffend wie KÖNIG KOEBES die Beispielfunktion des LTB für die Entwicklung des neuen rheinischen Mundarttheaters der letzten Jahre.

Dabei gab es im Uraufführungsjahr 1987 auch beim LTB einen harten Einschnitt. Einige Gründungsmitglieder, die bis dahin mit tragenden Rollen die Stützen des Vereins waren schieden aus, wie z. B. Hans Reiners aus gesundheitlichen Gründen.

Auch waren die Aufführungsbedingungen im Saal Rademacher in Latum immer schwieriger geworden. Und so gab es an neuer Spielstätte im Meerbusch  Gymnasium Strümp und mit mehreren neuen Darstellern einen echten Neubeginn und das mit einem großen Auftritt: Liesel Beeck betrat die Bretter des LTB und damit hatten wir einen neuen Publikumsliebling und das ist bis heute so. Hoffen wir, dass sie uns noch lange erhalten bleibt.

Das war 1987. Und 1988 gab es wieder einen Schnitt: die Spielzeit fiel aus. Das lag daran, dass ich im Januar und Februar 50 mal in meinem Stück DA KAWENZMANN im Theater an der Luegallee gespielt habe, im Herbst dann 80 mal in der KOMÖDIE im SCHNEIDER WIBBEL und anschließend im gleichen Stück auf Deutschlandtournee. So wurde dann 1989 der KÖNIG KOEBES wegen des großen Erfolges wiederholt. Alwine Caplan kam zum LTB und spielte das Minchen. Sie wiederum wurde dann 1992, als Erich den Vogel in Osterath abschoss, zur echten Schützenkönigin. Bei diesem Schützenfest hatte das LTB mit "Prumetaat" einen grandiosen Auftritt vor einem Riesenpublikum im Festzelt.

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Kaffemaschine ???
BureRap

Der Rheinländer - eine aussterbende Spezies.

Das nördliche Rheinland heute, eine kulturelle Randzone für die kein allgemeines Interesse mehr besteht. In den Medien ins Abseits gedrängt das rheinische Idiom, die früher so populäre rheinische Art.

Nur im Karneval besteht noch Medieninteresse  der Bedarf wird fast ausschließlich in Köln gedeckt.

Diese für jeden traditionsbewussten Niederrheiner fatale Situation ist eindeutig vom zuständigen Medienführer, dem WDR, verschuldet, der seit Jahrzehnten jedes traditionelle Standortbewusstsein vermissen lässt. Hier hat man systematisch das rheinische Idiom ausgemerzt und favorisiert im täglichen Sprachgebrauch heutiges Hochdeutsch, allenfalls im Pütt Jargon.

Und was das rheinische Volkstheater betrifft, so dürfte beim Kölner Sender kaum bekannt sein, dass es so etwas überhaupt gibt. Die spärlichen Vorführungen rheinischer Produktionen, wie Peter Millowitsch's Theater oder Kölner TV-Serien zeigen alles andere als traditionelles rheinisches Milieu,  der eine orientiert sich am Boulevard-Theater und die Serienautoren am sozialkritischen Fimmel ihres Senders. Dagegen sind die Medien heute in lobenswerter Weise bemüht, Internationale Folklore vorzuführen und deren zahlreiche Interpreten bei ihren Auftritten hierzulande eifrig zu unterstützen. Dabei bleibt die eigene Kultur, zumal die des Niederrheins, schon seit Jahrzehnten von eben diesen Medien unbeachtet; man gibt sie dem Verfall und dem Vergessen preis.

Für uns, die wir nun Jahr für Jahr mit großem Erfolg Rheinisches Mundart Theater spielen, ist dieses Verhalten schmerzlich und unverständlich. Benutzen wir doch nach wie vor eine Sprache, die bei unserem zuständigen Sender offenbar als tot oder zumindest als unattraktiv und nicht "mediengerecht" gilt,  man hält sie für nicht vorzeigbar.

Dank an Sie, liebes Publikum, das sie uns seit Jahren durch Ihren Besuch und Ihren Beifall beweisen, dass die Rheinische Art durchaus noch vorzeigbar ist und dazu einen hohen Unterhaltungswert besitzt. Fragt sich nur noch wie lange . . .

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Kaffe mit Schuss

Die König Koebes Story

Schützen auf der Bühne? Ein Schützenstück fürs Theater? Funktioniert das überhaut. Diese Fragen musste ich mir 1986 stellen, als ich überlegte, der Schmitze Koebes, Hauptfigur in "Tante Trina und " Es jet Opa?", der könnte ja auch mal den Vogel abschießen.

Letzte Bedenken fielen dann, als ich mir von Franz Josef Radmacher die Satzung der Lanker St. Sebastianus  Bruderschaft von 1497 ausgeliehen hatte. Nach deren strengen Paragraphen hätte man nämlich umgehend die Hälfte aller Schützenbrüder ausschließen müssen. Das war also vor 15 Jahren. Damals standen die Bruderschaften auch bundesweit unter Medienbeschuss, denn es gab einen handfesten, öffentlichen Skandal. Der, ein paar Monate zuvor ermittelte, Bundeskönig hatte sich inzwischen von seiner angetrauten Gattin getrennt und wollte nun mit seiner "Neuen" beim Bundesschützenfest aufwarten. Dagegen gab es prompt massive Proteste der moral und sittentreuen Schützenbrüder aus dem eigenen Verband.

Einen ähnlichen Fall gab es auch einmal in Lank. Hier wurde in den 50er Jahren der frisch gekürte König eines Abends klammheimlich und hinter verschlossenen Türen in St. Stephanus getraut. Ein andermal wurde gar das Vogelschießen (damals noch am Sportplatz Pappelallee) kurzerhand wiederholt, weil die neue Majestät alles andere als majestätisch war. Für die Annullierung des 1 . Königsschusses wurde übrigens der ominöse TrunkenheitsParagraph herangezogen.

Stoff genug also um das Schützenwesen auf die Bühne zu bringen. Der dramaturgische Aufbau des Stückes ergab sich aus dem traditionellen Ablauf eines Schützenjahres: 1 . Akt  Vorstandssitzung, 2. Akt  Vogelscheete, 3. Akt Selverputze, 4. Akt  Schötzefeß. Dabei war die Umsetzung der Akte 1, 2 und 3 relativ einfach, denn die finden ja auch bei den Schützen zuhause oder im Saale statt. Die Darstellung des Schützenfestes beschränkte sich bei unserer Inszenierung 87/88 auf die Geschehnisse im Hause Schmitz,  d. h. vom großen Prunk eines Schützenfestes bekam der Theaterbesucher kaum etwas mit. Das wird bei König Koebes 1. 2001 anders sein. König und Hofstaat werden jeden Raum im Forum Wasserturm und auch im Rheinischen Landestheater Neuss ausschöpfen um jenen dezenten Prunk zu entfalten der  je nach Gusto und Geschmack  den rheinischen Schützenmajestäten eigen ist.

                  König Koebes I.   !! Hä soll läve: Hooch... hooch ... hooch !!!

Der Siegeszug von KÖNIG KOEBES 1.

Noch dem ersten durchschlagenden Erfolg von König Koebes 1. in Meerbusch und im RLT  Neuss interessierten sich sofort viele rheinische Mundartbühnen für das Stück. So folgten Aufführungen: 1988 in Köln, Pulheim, Aldekerk, 1989 in Kranenburg, 1990 in Glehn, 1993 in Düsseldorf, 1994 in Heerdt, 1995 in Berg.-Gladbach, 1996 in Willich, 1997 in Holzheim, 1998 in Korschenbroich, 1999 in Zons.
Der WDR sendete am Rosenmontag (6. Februar) 1989 eine Aufnahme des Stückes bei der KUMEDE in Köln in seiner Hörfunkreihe Land und Leute" (Die Reihe wurde, trotz heftiger Proteste, leider eingestellt).

KÖNIG KOEBES  Türöffner für das rheinische Mundarttheater

In unserem Buch BÜRGER BAUER EDELMANN liebe ich, z. T. sehr drastisch, dargestellt, wie die Kulturbeauftragten in Land und Kreis bisher das erfolgreiche hiesige Mundarttheater ignoriert haben und dabei die Vermutung ausgesprochen, das es Ihnen offenbar unheimlich ist, zu sehen, in welchen Massen das Publikum in unsere Vorstellungen strömt  ganz im Gegensatz zu den nur schwach besuchten eigenen Veranstaltungen in Sachen Mundart und Brauchtumspflege.

Nun ist jetzt gerade, Im 20. Jahr LOTUMER BURETHEATER etwas ganz bedeutsames passiert. Am 29. Februar wurde in Neuss, im Sitzungssaal des Kreises, der VEREIN ZUR PFLEGE UND FÖRERUNG DER MUNDART IM KREIS NEUSS gegründet, und das obwohl es im Kreis Neuss bereits das Internationale Mundartarchiv gibt und das Dialektinstitut.

Auf das was gerade abgelaufen ist, können wir hier in Lank  Lotum sehr stolz sein, denn folgendes ist geschehen.

Als 1997 in Holzheim sich mit der Aufführung von KONIG KOEBES eine neue Theatergruppe gründete, da spielten der halbe Vorstand des Heimat und Schützenvereins mit, der dortige Dorfarzt spielte selbstverständlich den Doktor.

Und als 1999 in Zons ähnliches geschah, da spielte gleich die ganze Stadtprominenz mit: der Landtagsabgeordnete Karl Kress spielte den Opa. Man spielte im historischen Saal vom Schloss Friedestrom, wo ja auch die beiden vorgenannten Institute des Kreises ihr Domizil haben.

Nach diesen beiden Riesenerfolgen, an denen auch noch die Kommunalpolitiker unmittelbar beteiligt waren, ging den zuständigen Leuten beim Kreis ein Licht auf. Erkannten Sie doch, dass mit  rheinischem Mundarttheater in der ehrlichen Art wie wir es hier vor 20 Jahren ins Leben gerufen hoben, ein weitaus größeres Publikum zu erreichen ist, als mit allen bisherigen Veranstaltungen.

So wurde denn nun auf Kreisebene, vor allem von den hier aktiv gewordenen Politikern aus Holzheim und Zons, der genannte Verein gegründet, dessen Vorsitz dankenswerterweise Herr Dr. Jacobs übernommen hat, jener Dr. Jacobs, der fast alle unsere Aufführungen kennt und der zu unserem Buch BÜRGER BAUER EDELMANN das Vorwort geschrieben hat.

Das Ganze verspricht für einige der Mitgliedsvereine Zuschüsse (die brauchen wir nicht) aber vor allem mehr Öffentlichkeit für unsere Sache, auch den Medien, wie Fernsehen, gegenüber, Koordination unter den Theatergruppen und vor allem eine grundsätzliche Aufwertung in der kulturellen Rangordnung, denn hier sind wir bisher völlig ignoriert worden.

Poldi ist wieder da

     Die Personen und ihre Darsteller:

Opa Heinrich Splissenbach                    - Hubert Paas
Minchen, seine Tochter                          - Alwine Caplan
Finchen, seine Tochter                           - Liesel Beeck
Jakob Schmitz, Finchen Mann             - Peter Pütz
Betty, beider Tochter                              - Gerda Paas
Hetty, beider Tochter                              - Beate Rustemeier
                                                    altern.: Stefanie Thoma
Josef Möschen, Oberst                           - Robert Paas
Paul Mühlstein, Schütze                       - Daniel Groß
Peter Blömkes, Schütze                         - Michael Becker

Dr. Watson, Arzt                                   - Anthony B. Christopher
Luigi, Hetties Freund                          - Daniel Mascia
                                                  altern.: Markus Thoma
Leopold                                                - Friedhelm Engels

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Harem ???

König Koebes 1987

König Koebes 1988

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